Drachensagen

Drachensagen

Drachen sind Wesen, um die sich viele Geschichten ranken und
die auch in unzähligen Sagen zu finden sind. Diese Drachensagen sind mit den
bekannten Drachenorten verbunden, an dem ein Drache gelebt haben soll oder besiegt
worden sein soll. Um ein Drachenort zu werden, ist der Beleg einer lokalen
Drachensage erforderlich. Drachen werden in manchen Sagen auch anders genannt,
darunter fällt u.a. die Bezeichnung Lindwurm.
Im heutigen Beitrag möchten wir euch ein paar bekannte, aber
auch weniger bekannte Sagen vorstellen.
Drachensage von Syrau
Vor langer Zeit lebte in den Wäldern von Syrau ein
gefräßiger Drache oder Lindwurm, der sehr groß gewesen sein soll. Er jagte in
den Wäldern und riss bei diesen Jagten auch den einen oder anderen Wanderer. Auch
die Syrauer waren vor dem Drachen nicht sicher, weshalb die Dorfbewohner einen
Pakt schlossen und ihn regelmäßig füttern wollten. Jedoch hatten sie bald kein
Vieh mehr, das sie dem Drachen zum Fraß vorwerfen konnten und so fassten sie
den Entschluss, dem Drachen Menschen zu opfern. Sie entschieden sich eine
schöne Bauerntochter zu opfern, doch deren Liebster wollte seine Braut nicht
dem Drachen überlassen.
So schliff er seine Heugabel und zog heimlich in der Nacht
aus, da er den Drachen töten wollte. Er konnte diesen im Schlaf überraschen,
als dieser mit dem Bauch zur Seite gedreht lag und schlief. So stieß er die
spitze Heugabel direkt in das Herz des Drachens. Nun hatte der Schrecken ein
Ende und die Syrauer waren froh über die Erlösung vom Drachen und ließen eine
Kapelle an der Stelle errichten, wo der junge Mann den Drachen tötete. Die
Glocke dieser kleinen Kapelle hängt noch heute im Syrauer Kirchturm und auf den
Grundmauern der Kapelle steht heute die Syrauer Windmühle.
Ritter Sankt Georg und der Drachen
Einst wurde die Burg zu Nebra von Feinden belagert und die
Besatzung geriet in große Not und Bedrängnis, weil die Belagerer die außerhalb
gelegene Quelle zu Eigen gemacht hatten. Bald litten die Eingeschlossenen unter
unerträglichen Durst. Weit und breit war keine Wolke zu sehen, die Regen
versprochen hätte. So fingen die Männer an zu verzweifeln, denn sie waren
durstig und ihre Glieder drohten zu versagen. Jedoch war die erlösende Quelle
sehr nahe, denn dort, wo die Gaststätte „Zur Sorge“ stand sprudelte klares
Wasser aus dem Felsen hervor.
Ein Burgfräulein fasste sich ein Herz und schlich heimlich
in der Dunkelheit hinunter zur Quelle, ohne jemanden von ihrer Absicht zu
erzählen. Als sie unbemerkt die Quelle erreicht hatte und sich bückte, um
Wasser zu schöpfen, fuhr ein scheußlicher Drache aus einer nahegelegenen Höhle
hervor. Er bedrohte das Burgfräulein, doch in diesem Augenblick kam Ritter
Sankt Georg mit seinem Gefolge herbei. Er stürzte sich auf den Drachen und
bohrte ihm den spitzen Stahl der Lanze in den Körper, sodass sich dieser wild
aufbäumte und dann tot zur Erde stürzte. Er befreite nicht nur das Burgfräulein
vom Drachen, sondern auch die Besetzten von ihren Feinden. Nun konnten die
Eingeschlossenen wieder von der Quelle trinken.
Im Stadtwappen zu Nebra sieht man seitdem den Ritter Sankt
Georg, wie er mit dem Drachen kämpft.
Klagenfurt – die Lindwurmsage
Zurzeit des Herzog Karast von der Karnburg deckte die Gegend
vom Wörthersee bis zur Drau nur feuchtes Moos und wildes Gesträuch. An den
Bergen weideten zahlreiche Tiere, doch nur selten wagte sich ein Mensch zu Fuß
in das undurchdringliche Dunkel der Bäume, denn keiner kehrte wieder zurück,
der sich dorthin gewagt hatte. Auch manches fette Rind verschwand. Niemand
hatte je gesehen, wer diesen verschwunden Tieren und Menschen zusetzte, denn
meistens lag ein schwerer Nebel über der Gegend. Nur manchmal konnte man ein
dumpfes Knurren oder ein fürchterliches Geheule hören.
Der Herzog versuchte vergeblich die mutigsten Männer dazu zu
bewegen, den Sitz des Ungeheuers auszuforschen und dieses zu erlegen. Doch
dieses Unterfangen war vergebens, denn auch die Mutigsten hatten Angst vor dem,
was in der Dunkelheit lauerte. Man konnte das Ungeheuer nur mit List aus seinem
Versteck locken. In kurzer Zeit bauten sie am Rande des Sumpfes einen festen
Turm, aus dessen Öffnungen sie den Feind beobachten konnten. Mit der Aussicht
auf den Turm und vieler Schätze lockte der Herzog mutige Knechte an, die in den
Kampf zogen.
Die Knechte legten einen Stier in Ketten, woran ein
Widerhaken befestigt wurde. Es dauerte nicht lange und scheußlicher Wurm schoss
aus dem Dickicht hervor, er war geflügelt und panzerbedeckt. Seine Krallen
packten nun den Stier und er öffnete das Maul, um ihn zu verschlingen. Doch der
Widerhaken bleibt im Maul des Drachens hängen, schnell springen die Knechte aus
ihren Verstecken und kämpfen mit eiserenen und spitzbesetzten Keulen gegen das
Ungeheuer. Der Lindwurm krümmte sich noch einmal und starb.
An Stelle des Drachenkampfes entstand ein friedliches Dorf
und wo der Turm stand, baute der Herzog ein schützendes Schloss. Aus diesem
Schloss entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte Klagenfurt, die jetzige
Landeshauptstadt Kärntens.
Das Wahrzeichen und Wappenzeichen der Stadt ist bis heute
der Lindwurm, der auch als Form eines Lindwurmbrunnen in Klagenfurt steht.  
Nibelungensage
Auch bei der Nibelungensage kommt ein Drache vor. Der Drache
kommt bei Siegfrieds Aufenthalt bei dem Schmiedmeister vor, dieser empfand
Siegfried als unheimlich und möchte ihn loswerden. So schickte er ihn mit
Holzkohlen aus, denn in der Nähe des Meilers hauste ein scheußlicher Drache.
Der Zwerg hoffte, dass Siegfried gegen den Drachen verliert. Dieser schmiedete
sich noch eine Waffe und verließ schließlich die Hütte und zog seines Weges.
Wenige Schritte abseits des Pfades war ein trübes Gewässer,
an welches sich Siegfried näherte. Doch dort bot sich ihm ein scheußlicher
Anblick, es wimmelte von Seedrachen und Nattern und Kröten. Ohne lange darüber
nachzudenken, begann Siegfried die Ungetüme zu erschlagen. Doch für jedes
erschlagene Geschöpf tauchte ein neues aus der Schlammflut auf. So legte er die
Klinge fort und riss mit seinen Armen große Bäume aus, die er über das Gewässer
warf. Mit einem brennenden Holzscheit setzte er den Stapel in Brand. Die Hitze
lockte die ganze Brut an die Oberfläche des Sumpfes, wo sie starben.
Siegfried verfolgte vom Ufer aus das schaurige Schauspiel,
als er von der Flüssigkeit angespritzt wurde und bemerkte, dass sie ihm nicht
schadete, fasste er den Entschluss sein Schwert in diese zu tauchen und sich
daraus ein Panzerhemd zu schaffen, das felsenhart war.
Er schöpfte mit der hohle Hand aus der abkühlenden Flut und
ließ die Flüssigkeit über seinen Körper rieseln, doch dies ging ihm zu langsam.
Also entschloss er sich dazu in den Schlamm zu springen. In diesem Augenblick
fiel ein Lindenblatt von einem Baum und blieb an seiner Schulter haften,
während er ein Bad nahm. Diese Stelle konnte nicht von der Flüssigkeit erreicht
werden und an dieser blieb er verwundbar.
Siegfried kehrte nicht zu Mime, dem Schmiedmeister zurück
und setzte seinen Weg fort. Er erbat einen Köhler ihm den Weg zu dem Drachen zu
weisen. Dieser erzählte ihm, dass nicht weit von hier ein einem Berg der
Zwergenkönig Nibelung einen Hort zusammengetragen hatte und nach dessen Tod sei
dieser Reichtum an seine Söhne gefallen. Diese waren in Zwist geraten, der noch
nicht geschlichtet worden war, denn oft höre man ein Grollen und Poltern im
Gebirge. Oben auf dem Gipfel sollte zudem ein furchtbarer Lindwurm hausen.
Siegfried packte sofort die Abenteuerlust, denn er wollte
den Lindwurm erschlagen. So stieg er auf den Berg und traf das Tier schlafend
und schnarchend an. Doch er weckte den Wurm und dieser stieß aus der Höhle.
Siegfried wich ihm aus und begann einen Kampf mit dem Drachen. Er tötete den
Lindwurm mit seinem Schwert.

Leave comment

Your email address will not be published. Required fields are marked with *.