engelhaftes Interview mit Tanja Bern

engelhaftes Interview mit Tanja Bern

Für den heutigen Beitrag haben wir ein Interview mit Tanja Bern geführt. 
Wie wichtig sind Engel in deinem Buch?
Tanja Bern: Sie sind der Dreh- und Angelpunkt in der
Geschichte. Ohne sie würde das Buch nicht existieren.
Welche Rolle nehmen sie ein? Wie sind sie charakterisiert?
Tanja Bern: Unter anderem haben sie die Hauptrolle. Ich
möchte über die einzelnen Rollen nicht zu viel verraten, sonst würde ich etwas
vorwegnehmen, aber der Engel Keija macht auf seinem Weg so einige Wandlungen
durch. Am Anfang in der Engelwelt ist er selbstsicher und stark, später auf der
Erde erst einmal hilflos durch die Umstände. Er muss erst herausfinden, was es
für ihn heißt, auf der Erde zu sein, denn er ging einen sehr ungewöhnlichen und
gefährlichen Weg, um seine Seelengefährtin wiederzufinden.  
 
Welcher Engelart gehören die Engel in deinem Buch an?
Tanja Bern: Es gibt unterschiedliche. Schutzengel, die als
Schutzgeister benannt sind, aber auch verschiedene Natur- und Tierengel, die
alles im Gleichgewicht halten.
Sind Engel bei dir gut, oder haben sie auch eine böse Seite?
Tanja Bern: Die meisten sind gut, aber es gibt auch eine
Szene, wo deutlich wird, dass dies nicht immer der Fall ist. Bei mir gibt es
aber nicht nur gut und böse, es ist komplizierter.
Wie stellst du dir den Himmel vor? Und wie stellst du dir
Engel vor?
Tanja Bern: Ich glaube, dass wir uns unseren Himmel, aber
auch die Hölle selbst erschaffen. Je nachdem was wir empfinden oder uns
vorstellen, so gestaltet sich die geistige Welt, passt sich an. Wenn man das
verstanden hat, kann man sich den Himmel gestalten, wie man möchte. Begreift
man das nicht, kann es sein, dass man in sich selbst gefangen bleibt, wo wir
wieder bei der Hölle wären. Ich habe mich mit dem Thema wirklich
auseinandergesetzt, schon lange vor dem Schreiben des Buches. Engel sind für
mich hohe, gütige Wesen, die uns helfen wollen oder ihren Aufgaben nachgehen.
Meiner Meinung nach zeigen sie sich so, wie der Mensch es gerade am Nötigsten braucht,
nur wissen wir nicht, wen wir da vor uns haben. Manchmal sind sie nur ein
Gefühl, oder vielleicht ein Tier, das uns begegnet, oder das wir lieben.
Zuweilen kommen sie sicher auch mal in Menschengestalt. Aber ich bin mir
sicher, dass es auch sehr mächtige Engel gibt, die die Geschicke der Welt
lenken könnten, ließen wir Menschen das zu.
Wenn du einen Tag lang ein Engel sein könntest, was würdest
du tun?
Tanja Bern: Ich würde versuchen, die Natur zu heilen und
würde so viele Tiere retten, wie es mir möglich wäre.
Wenn du als Engel leben könntest, welcher Engelart würdest du
angehören, und wieso?
Tanja Bern: Ich wäre hier auf der Erde, würde entweder auf
Tiere aufpassen oder irgendetwas in der Natur lenken, vielleicht die
Jahreszeiten.
Wieso schreibst du ausgerechnet über Engel? Was fasziniert
dich an ihnen?
Tanja Bern: Ich bin schon von Kind auf von ihnen fasziniert.
Ich darf sie auch auf eine gewisse Weise spüren, sie sind mir immer nah. „Der
silberne Flügel“ ist anfangs aus einer ganz anderen Idee/Szene entstanden und
entwickelte sich dann zu einem Engelbuch. Als klar war, worum es wirklich geht,
konnte ich nicht aufhören zu schreiben. Manchmal fühlte es sich so an, als
flüsterte man mir gewisse Dinge ein. Aber so ist es bei mir mit dem Schreiben,
immer ein bissen mystisch und geheimnisvoll.
Wenn du mit einer Figur deines Romans die Plätze tauschen könntest,
welche wäre es? Und wieso?
Tanja Bern: Ich denke Keija, ihm fühle ich mich auf besondere
Weise nah.
 
Welche Romanfigur deines Buches wäre dein bester Freund?
Wieso?
Tanja Bern: Das wäre Elias. Er ist immer so einsam, dass ich
ihn beim Schreiben immer trösten wollte. Er ist so herzensgut und stark, ahnt
kaum, was wirklich in ihm steckt. Ich mag ihn wirklich sehr.
Wie stehst du zu gefallenen Engeln? Findest du, dass sie
immer böse sein müssen?
Tanja Bern: Das kommt wohl darauf an, was man mit gefallen
meint. Ein schwieriges Thema. Ist man böse, wenn man sich von Gott abwendet?
Erst einmal nicht, finde ich, aber man könnte es werden, wenn man skrupellos
wird. Keija ist auch irgendwie gefallen, aber ihm haftet nichts Böses an.
Allerdings sagte er sich nicht von Gott los, sondern ließ sich auf die Erde
fallen, um seinen Seelenpartner zu suchen. Sicher gibt es auch dunkle Engel,
aber da gibt es für mich schon einen Unterschied.
Welcher Film oder welches Buch hat dein Engelbild geprägt?
Tanja Bern: Ich wurde eher von Erlebnissen als Kind geprägt,
die Filme kamen viel später und waren schlussendlich nur eine Art Bestätigung,
die mich völlig überrascht hat. Da ist einmal „Stadt der Engel“ mit Nicolas
Cage & Meg Ryan und besonders „Hinter dem Horizont“ mit Robin Williams.
Wie wichtig sind Engel in deinem Leben?
Tanja Bern: Ich glaube fest daran, dass mich täglich ein
Schutzengel begleitet. Wäre er nicht bei mir, ich würde eine große Leere
empfinden und mich schutzlos fühlen, der Welt ausgeliefert. Zu ihm habe ich
eine besondere Beziehung. Ich brauche das Gefühl, dass ich nicht allein bin,
dass die Engel um mich sind.
 Wir bedanken uns bei Tanja Bern für das spannende Interview.

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