Kein Schnee im Hexenhaus

Kein Schnee im Hexenhaus

Fakten:
Buchtitel: Kein
Schnee im Hexenhaus
Originaltitel: Kein
Schnee im Hexenhaus
Autor: Susanne
Eisele
Verlag: CreateSpace
Inependent Publishing Platform
Buchreihe: Märchenspinnerei,
Band 4
Seitenanzahl: 148 Seiten
ISBN: 978-15413888475
Preis: 1,99€
Kindle, 7,48€ Taschenbuch
Inhaltliches:
Erzählperspektive: dritte
Person, mit Figurenwechsel
Lesbarkeit: sehr flüssig
Besonderheiten des Buches: Das
Buch wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Geschwister erzählt, ab und an
mischen sich auch Erzählungen aus anderen Figuren hinzu.
Klappentext:
Ein Bruder und
seine Schwester. Ein Haus im Wald. Eine schrullige Alte. Hansjörg und Margarete
verlaufen sich im Wald. Dort werden sie von der Polizei aufgegriffen und von
den Eltern wegen ihres wiederholten Drogenkonsums in ein Erziehungsheim
geschickt. Man bringt sie zu einem kleinen Häuschen, weit, weit weg von der
Stadt. Sie denken sich dabei nichts Böses. Eigentlich nur an eine baldige
Flucht. Doch dies stellt sich als unmöglich heraus. Denn das Haus hält nicht
nur eine waschechte Hexe, seltsame Wesen und giftige Pflanzen für sie bereit.
Für Hansjörg und Margarete wird dieser Trip die entscheidende Lektion ihres
Lebens. Hänsel und Gretel einmal anders: In „Kein Schnee im Hexenhaus“
spinnt die Autorin Susanne Eisele das bekannte Märchen der Brüder Grimm ganz
neu und setzt sich dabei mit Sucht und Realitätsverlust auseinander. Band 4 aus
der Reihe der Märchenspinner.
Charaktere:
Ganz klar im Zentrum der Geschichte stehen die
Geschwister Hansi und Gretel. Hansi ist der ältere der beiden Geschwister und
derjenige, der mir am meisten während der Lektüre auf die Nerven ging. Gerne
hätte ich ihn mal am Kragen gepackt und durchgeschüttelt. Seine miesepetrige
Art fand ich teilweise sehr anstrengend. Am Anfang konnte ich seine Laune noch
nachvollziehen, doch  je weiter der Roman
voranschritt, desto mehr habe ich über ihn geseufzt und mir nur einen raschen
Perspektivenwechsel zu Gretel gewünscht. Ich empfand ihn auch als überheblich
und großkotzig. Das einzige, was ich wirklich an ihm mochte, war, dass er seine
Schwester über alles liebt. Die Geschwisterliebe zieht sich durch die gesamte
Erzählung. Zwischen ihnen herrscht Harmonie, auch wenn sie nicht immer einer
Meinung sind. Dass sie zusammenhalten, fand ich ebenfalls toll.
Gretel war mir viel sympathischer als ihr
Bruder. Zu Beginn erinnerte sie mich noch an eine kleine Prinzessin, die sich
stets von ihrem Bruder „retten“ ließ und darauf vertraute, dass er sie aus den
Problemen holt. Doch im Laufe des Romans wird sie eigenständiger und hat das
Unterwürfige abgelegt. Von ihr war ich positiv überrascht. Im Gegensatz zu
ihrem Bruder kann sie das neue Leben im Erziehungsheim besser annehmen und
gliedert sich in die Gemeinschaft ein. Sie scheint sogar Freunde zu finden.
Frau Hag kam mir anfangs etwas suspekt vor,
ebenso wie ihre kleinen Helferlein. Dass sie nicht so negativ dargestellt wird
wie bei den Brüdern Grimm, fand ich ebenfalls gut und gibt er Geschichte eine
neue Wendung. Denn ihr scheinen Jugendliche wirklich am Herzen zu liegen.
Mein absoluter Liebling im Roman war
allerdings der Drache Bodo. Ihn fand ich richtig genial, ebenso wie seine
Gelüste und Marotten. Alleine wegen des Drachens ist der Roman lesenswert.
Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit den beiden Geschwistern Hansjörg und
Margarete, die im Buch Hansi und Gretel genannt werden. Sie nehmen Drogen ein
und werden schließlich von der Polizei gefasst und müssen die Nacht über in
einer Zelle verbringen. Doch sie sind optimistisch und denken, dass ihre Eltern
sie abermals aus der Misere ziehen. Doch falsch gedacht! Kurzerhand werden sie
in ein Erziehungsheim gesteckt, dass von Frau Hag geleitet wird. Zunächst
glauben sie an eine baldige und vor allem einfache Flucht, doch weit gefehlt!
Eine Flucht ist nicht möglich und so müssen sich Hansi und Gretel mit der neuen
Situation abfinden und erkennen, dass es dort nicht nur seltsame Wesen und
eigenartige Pflanzen gibt.
Es war nicht schwer in die Geschichte einzusteigen, bereits nach
wenigen Seiten war ich mitten im Geschehen und schmunzelte oft über die Dialoge
zwischen Hansi und seiner Schwester. Besonders gut gefiel mir die
Jugendsprache, die die Autorin ihren Charakteren perfekt sprechen lässt. Der
Schreibstil der Autorin ist flüssig und es ist erstaunlich, wie gut sie das
Märchen in die heutige Zeit eingegliedert hat. Das Geschehen im Erziehungsheim
ist gut dargestellt, man bekommt einen Eindruck wie die Jugendlichen leben
müssen und welche Arbeiten sie verrichten müssen. Schön, dass man einen Blick
hinter die eigentliche Geschichte werfen konnte und auch das Leben dort
beleuchtet wurde.
Ich habe vor der Lektüre des Buches den Klappentext durchgelesen
und war mir nicht sicher, welche Geschichte auf mich zukommt und ob mir das
Buch gefallen würde. Man muss sich auf die Geschichte einlassen können,
bestimmt ist dieses Buch nicht für jedermann gedacht, dies ist Geschmackssache.
Doch die humoristische Art der Autorin lässt einem des Öfteren schmunzeln und
lachen, obwohl die Thematik der Sucht durchaus ernst zu nehmen ist.
Besonders toll fand ich den Schluss und den letzten Absatz, der
Hansis und Gretels Leben beschreibt.
Cover:
Das Cover finde ich nett, man sieht das Erziehungsheim, das
dargestellt werden soll. Es erinnert mich allerdings auch ein wenig an einen
einfachen Schnappschuss, ein paar kleine Verzierungen wären schön gewesen. Ein
Coverkauf wäre dieses Buch nicht geworden, auch wenn es gut zu der Geschichte
passt, die sich dahinter verbirgt.
Empfehlenswert: Ja,
für mich ist dieses Buch empfehlenswert. Aufgrund der ernsten Thematik und des
doch untypischen Settings würde ich allerdings empfehlen, vorher einen Blick in
die Leseprobe zu werfen.  

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